ARTISAN ALEKSSEIT 2008
DE
Projekt besprechen
3D- und VR-Planung: das Objekt sehen, bevor es entsteht
Technologie · 3 Min. Lesezeit

3D- und VR-Planung: das Objekt sehen, bevor es entsteht

Eine Skulptur, ein Landmark oder ein ganzer Themenbereich lässt sich auf einer flachen Zeichnung schwer beurteilen. Deshalb planen wir in 3D, auch mit Virtual-Reality-Brille. Der Bauherr kann das Objekt im Maßstab 1:1 betrachten, bevor das erste Element entsteht.

Warum eine Zeichnung nicht reicht

Eine monumentale Skulptur muss aus der Nähe und aus großer Entfernung lesbar sein. Es zählen Silhouette, Proportionen, Blickrichtungen und der Maßstab der Umgebung. Auf einer flachen Zeichnung oder einer einzelnen Visualisierung übersieht man leicht, dass eine Figur von der Seite ihren Charakter verliert oder ein Detail aus der Entfernung verschwindet, aus der die meisten Gäste es sehen.

Solche Fehler zeigen sich meist erst in der Produktion oder auf der Baustelle, wenn jede Änderung Gewicht, Befestigung, Material und Zeitplan beeinflusst. Eine frühe Abstimmung der Form schützt die künstlerische Wirkung und das Budget.

Auf der Baustelle modellieren Bildhauer die Form im Maßstab 1:1, und erst dann sieht man sie wirklich. Das 3D-Modell verlegt diesen Moment der Beurteilung an den Anfang des Projekts, wenn eine Änderung noch günstig ist.

Modellieren mit VR-Brille

Wir arbeiten im 3D-Raum und mit VR-Brille (Meta Quest / Oculus). Die Skulptur modellieren wir so, wie es ein Bildhauer tut: mit der Hand, im Raum, aber ohne Material. So sind Form, Proportionen und Details vor der Produktion ausgearbeitet.

Die Arbeit in VR ist besonders hilfreich bei organischen Formen: Figuren, Tieren, Felsen und Bäumen, die sich mit Maßen auf einem Grundriss allein nicht gut beschreiben lassen.

Das ist eine Verlängerung der bildhauerischen Arbeit, kein Ersatz dafür. Das Modell entsteht mit demselben Denken über Silhouette und Textur, das wir beim Modellieren im Maßstab 1:1 auf der Baustelle anwenden.

Maßstab 1:1 und Kontext des Ortes

Bauherr, Architekt oder Gemeinderat können die Brille aufsetzen und das Objekt von allen Seiten betrachten, im Maßstab 1:1 und im Kontext des Ortes. So lassen sich leichter Entscheidungen treffen, Varianten vergleichen, Änderungen einbringen und kostspielige Korrekturen auf der Baustelle vermeiden.

Für eine Gemeinde ist es auch eine Möglichkeit, den Ratsmitgliedern zu zeigen, wie ein Landmark im Raum wirken wird, bevor über die Umsetzung entschieden wird.

Varianten lassen sich nebeneinanderstellen: eine höhere und eine niedrigere Silhouette, eine andere Ausrichtung zum Eingang, ein anderer Maßstab des Details. Das erleichtert das Gespräch mit Menschen, die keine Erfahrung im Lesen technischer Zeichnungen haben.

Das Modell als gemeinsamer Bezugspunkt

Wir liefern auch die 3D-Modelle selbst: für 3D-Druck und Modelle, für das CNC-Fräsen von Formen und EPS/XPS-Kernen, für Visualisierungen, Animationen und Projektpräsentationen. Das Modell wird zum gemeinsamen Bezugspunkt für Planer, Tragwerksplaner und ausführenden Betrieb.

Das Modell erleichtert auch das Gespräch mit dem Tragwerksplaner: Es zeigt, wo die Form über die Basis hinausragt, wo Befestigungspunkte nötig sein könnten und wie sich die Masse des Objekts verteilt.

Bei großen Objekten hilft das Modell auch, die Aufteilung in Module, den Transport und die Montagereihenfolge zu planen. Schon in der Konzeptphase analysieren wir Konstruktion, Technologie und Ausführung, nicht nur das Aussehen.

Beim CNC-Fräsen wird das Modell direkt in Form oder Kern übertragen, was das Risiko von Abweichungen zwischen dem Freigegebenen und dem in der Werkstatt Entstehenden verringert. Die endgültige Textur modellieren wir trotzdem von Hand.

Was das Modell nicht ersetzt

Ein 3D-Modell zeigt die Form, ersetzt aber keine Textur- und Farbmuster. Bei größeren Projekten fertigen wir Muster und Referenzflächen an, mit denen sich die Farbrichtung freigeben lässt, bevor die gesamte Oberfläche ausgeführt wird.

Es ersetzt auch keine Unterlagen, die eine Zulassung erfordern. Verlangt ein Projekt statische Berechnungen oder Fachplanungen, erstellen sie zugelassene Planer, mit denen wir zusammenarbeiten. Änderungen nach der Freigabe des Modells bestätigen wir vor der Ausführung schriftlich.

Das Modell ersetzt auch keine Ortsbesichtigung. Es zeigt das Objekt im Kontext, doch Bedingungen vor Ort, Zugang, Untergrund und Befestigungspunkte müssen in der Realität geprüft werden, bevor die Produktion beginnt.

Wie die Arbeit mit dem Modell aussehen kann

In der Praxis kann die Arbeit mit dem Modell so aussehen: Wir beginnen mit einem Briefing, Fotos des Ortes und Referenzen. Es entsteht ein erster Baukörper, an dem wir Maßstab und Silhouette festlegen, und erst danach das Detail. Der Kunde betrachtet das Modell am Bildschirm oder mit der Brille, gibt Anmerkungen, und wir nehmen Änderungen vor, solange sie wenig kosten.

Das freigegebene Modell wird zur Grundlage für die konstruktiven Annahmen, die Aufteilung in Module und die weitere Produktion. Dieser Ansatz bewährt sich bei einer einzelnen Skulptur, einem ganzen Themenbereich, einem Landmark für eine Gemeinde und einem Objekt für einen Privatkunden.

Fragen und Antworten

Kann ich nur ein 3D-Modell ohne Umsetzung bestellen?

Ja. Wir liefern 3D-Modelle für den Druck, für das CNC-Fräsen von Formen und Kernen, für Visualisierungen, Animationen und Präsentationen.

Wer kann das Projekt in VR betrachten?

Jeder, der an der Entscheidung beteiligt ist: Bauherr, Architekt, Gemeinderat. Das Objekt wird von allen Seiten betrachtet, im Maßstab 1:1 und im Kontext des Ortes.

Ersetzt ein 3D-Modell Materialmuster?

Nein. Das Modell zeigt Form und Maßstab. Textur und Farbe geben wir anhand von Mustern oder Referenzflächen frei.

Brunnen und monumentale Skulpturen auf dem Platz
Projekt starten

Sie haben ein komplexes thematisches oder skulpturales Paket umzusetzen?

Senden Sie uns Zeichnungen, Visualisierungen oder eine kurze Beschreibung. Wir prüfen jedes Briefing und antworten mit einem konkreten nächsten Schritt.

Architekten und Generalunternehmer: Projektunterlagen senden